Technologische Vorteile

Die Technologie erlaubt viele der in der Landwirtschaft, der gewerblichen Wirtschaft oder kommunalen Landschaftspflege anfallende Reststoffe und Nebenprodukte energetisch zu Verwerten. Dies wirkt unmittelbar dem Auftreten einer Konkurrenzsituation von Nahrungs- und Energiepflanzenanbau entgegen. Die Möglichkeit, selbst den Gärrückstand konventioneller Biogasanlagen als „Futter“ zu nutzen, mag die fermentative Leistungsfähigkeit der hier zum Einsatz gelangenden pansenbasierten Mikrobengemeinschaft demonstrieren. Eingesetzt werden ausschließlich natürlich vorkommende Mikroorganismen. Eine Anwendung gentechnisch veränderter Organismen ist nicht erforderlich. Zukünftig soll den zahlreichen pflanzenbasierten Reststoffen eine wesentlich größere Bedeutung bei der Biogaserzeugung zufallen. Angesichts bisheriger Erfahrungen werden diese Materialien jedoch nicht grundlos als "schwierige Substrate" bezeichnet. Druck, hohe Temperaturen und diverse Zerkleinerungsverfahren können zwar die Faserstrukturen der Substrate aufbrechen und damit dem mikrobiellen Abbau bisher entzogene Substratbestandteile mobilisieren, doch eröffnen diese keinen effizienteren Celluloseabbau. Die Fasern bleiben als Gärrest zurück. Damit wird das eigentliche Potenzial dieser Substrate durch konventionelle Biogastechnologien nicht erschlossen.

„Bioenergie 2.0“

Durch den Verzicht auf den Anbau spezieller Energiepflanzen werden keine Ackerflächen benötigt. Die ausschließliche Nutzung pflanzlicher Reststoffe bedeutet im Unterschied zur „Bioenergie 1.0“ den vollständigen Verzicht auf eine Verwendung potenzieller Nahrungsmittel zur Energiegewinnung. Hierdurch wird der Einsatz der Bioenergie erstmals ethisch vertretbar. 

Die Anlagen benötigen keine Gülle oder andere Exkremente tierischer Herkunft. Der Wasserbedarf der Anlagen ist als gering einzustufen und wird gewöhnlich bereits über den Feuchtigkeitsanteil der Substrate bereitgestellt. Da viele Biomassen relevante Feuchtigkeitsmengen enthalten, ist der fermentative Weg zudem gegenüber alternativen thermisch-pyrolytischen Technologien vorteilhaft.  

Unsere Anlagen müssen im Unterschied zu typischen Biogasanlagen nicht als individuelles Bauwerk vor Ort errichtet werden. Sie beruhen auf standardisierten Modulen und werden unmittelbar am Standort zu einer Gesamtanlage zusammengefügt. Dies erlaubt ein hohes Maß an Flexibilität bezüglich Art und Menge der vor Ort verfügbaren Gärsubstrate. Durch den Einsatz des kaskadierbaren Komponentensystems lassen sich insbesondere kleinere und mittlere Anlagen zur dezentralen Energieversorgung realisieren.

„Bioenergie 3.0“

Die herausragende fermentative Leistungsfähigkeit unserer Technologie eröffnet zudem schon heute die Möglichkeit, weitere Biomassepotenziale unmittelbar einzusetzen, denen in  Zukunft eine besondere Bedeutung zukommen wird. So werden u.a. marine Makroalgen in Anbetracht der sich abzeichnenden Klimaveränderungen zunehmend als Ergänzung und Erweiterung des Spektrums potenziell nutzbarer Substrate in den Fokus der Biomasseerzeugung und –nutzung treten. Jede wegweisende Technologie zur Biogasgewinnung muss daher schon heute auf die spezifischen Anforderungen dieser neuartigen Substrate adaptierbar sein. Der hier technologisch und biologisch bereits vollzogene Wechsel der Prozessführung und Technologie berücksichtigt schon jetzt die sich uns zukünftig stellenden Herausforderungen.